L´Union des Artistes Modernes
 
Nach der entscheidenden Begegnung mit der holländischen Avantgarde und Jean Badovicis Ansporn und praktischer Hilfe arbeitete Gray in relativer Abgeschiedenheit, aber keinesfalls isoliert von ihrer Umgebung. Während sie mit dem Atelier in der Rue Chateaubriand und "Tempe a Pailla" beschäftigt war und sich um eine immer minimalistischere Ästhetik bemühte, pflegte sie lockere Kontakte mit einer Gruppe französischer Designer, die sich 1929 zusammengetan und die Union des Artistes Modernes (U.A.M.) gegründet hatten. Zu den Gründungsmitgliedern zählten René Herbst, Robert Mallet-Stevens und Francis Jourdain. Viele andere führende Künstler und Designer, die sich dem Modernismus verschrieben hatten, stießen dazu. 1930 organisierten sie ihre erste Ausstellung, auf der Gray und Badovici die Pläne von "E-1027" zeigten. Im folgenden Jahr reichte Gray "Rangements adaptés aux appartements modernes" (Einbauten für moderne Wohnungen) ein; sie bewies damit ihr Engagement für funktionale, demokratische Ideale, die die Arbeiten ihrer Kollegen häufig vermissen ließen. Für viele Mitglieder der U.A.M. war der Modernismus weniger eine Philosophie als ein Stil, und ihre Exponate waren häufig bloßes Kunsthandwerk, das sich der geometrischen Formen, der modernen Materialien und Stilmittel bediente, ohne dass das Konzept von elitärer Kunst, wie sie ein Künstler wie Ruhlmann verkörperte, jemals in Frage gestellt wurde.
 
Transat Stuhl im Schlafzimmer von Manik BaghInteressant ist in diesem Zusammenhang der kleine Beitrag, den Gray zu dem im modernen Stil erbauten Palast des Maharadschas von Indore leistete. Gray gehörte zu den U.A.M.-Mitgliedern, die an diesem Projekt mitarbeiteten. Auch wenn sie dem Maharadscha einen lackierten "Transat"-Stuhl und verchromte Leuchten verkauft hatte - mit dem Interieur, das eigentlich nur Dekoration war und der gerade gängigen Auffassung von Modernismus entsprach, wäre sie bestimmt nicht einverstanden gewesen. Ruhlmann entwarf ein Arbeitszimmer für den Palast, und die einzige Konzession, die er an die modernistische Ästhetik machte, war das verchromte Metall, das er anstelle von Elfenbein auf den Möbeln aus Makassar-Ebenholz verwendete. Eine Corbusier-Liege mit einem Überwurf aus Tigerfell gab den Ton an. Ähnliche Divergenzen traten auch zutage, als der Architekt Paul Ruaud die Räume, die Gray für Mme Mathieu Lévy entworfen hatte, umgestaltet. Ruaud machte aus den Räumen eine Symphonie in Weiß mit Fußböden aus mattiertem Glas. Auch hier waren der Modernismus nur noch Dekoration und Grays - inzwischen weiße - Paravents, "Pirogue", "Serpent"- und "Bibendum"-Stühle Versatzstücke in einem theatralischen Setting, das wenig mit Grays ausgereifter Ästhetik gemeinsam hatte. Als die Räume 1933 in L'Illustration erschienen, wurde Grays Name nicht einmal erwähnt.

 
 



EILEEN GRAY
 






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IRLAND - PARIS
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JACQUES DOUCET
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