Irland - Paris
 
Eileen GrayEileen Gray wurde am 09. August 1878 in der irischen Grafschaft Wexford auf dem Familiensitz Brownswood bei Enniscorthy geboren. Ihre Eltern waren schottischer Abstammung. Von den drei Mädchen und zwei Jungen war Eileen das jüngste Kind. Die Familie lebte abwechselnd in Irland und in ihrem Londoner Stadthaus in South Kensington. Ihr Vater, James Maclaren Gray, war Hobbymaler, der zu Studienzwecken häufig den Kontinent bereiste, v. a. nach Italien und in die Schweiz. Als junges Mädchen durfte Eileen ihren Vater ab und an begleiten; vielleicht haben diese Reisen ihre künstlerischen Neigungen und ihre Begeisterung für den Kontinent geweckt, die sich später veranlasste, sich in Frankreich niederzulassen. Der erste Schritt auf dem Weg zu einer unabhängigen Künstlerexistenz war die Einschreibung an der Slade School in London, an der sie vor und auch noch während ihrer Übersiedlung nach Paris Kunstunterricht nahm. In Paris ergänzte sie ihre formale Ausbildung in Zeichenklassen an der Ecole Colarossi und der Académie Julian. Ihre erste Reise nach Paris hatte sie 1900 zusammen mit ihrer Mutter unternommen, um die Weltausstellung zu besuchen. Die Stadt faszinierte sie, und nachdem ihr Vater noch im selben Jahr gestorben war, beschloss sie sich dort niederzulassen. Um 1902 war Paris bereits eine feste Ausgangsbasis für sie; eine Zeitlang pendelte sie noch zwischen London, Irland und Paris, bis sie 1907 in der Rue Bonaparte Nr. 21 eine Wohnung bezog, die sie bis zu ihrem Tod beibehielt. Eileen Gray ließ sich zu einer Zeit großen Wandels in den Künsten in Paris nieder. Die Wahl, die sie traf, die Richtung, die sie einschlug, müssen im Kontext der herrschenden Strömungen gesehen werden, aus denen sich Art deco und Kubismus entwickelten.
 
Eileen GrayTrotz ihres zurückhaltenden Naturells freundete sich Eileen Gray rasch mit der Pariser Bohème und deren exzentrischen Charakteren an. Es war ein Milieu, in dem sich ihr unkonventioneller Geist frei entfalten konnte. Jene Bekanntschaften und Freundschaften hat Peter Adam in seiner kürzlich erschienenen Biographie ausführlich beschrieben. Seiner Darstellung zufolge bewegte sie sich in einem lockeren Kreis aufgeschlossener, unabhängiger Frauen, die sich als Designerinnen, Innenarchitektinnen und Künstlerinnen zu profilieren suchten. Gray war zusammen mit zwei Kommilitoninnen von der Slade School, Jessie Gavin und Kathleen Bruce, nach Paris gezogen; später machte sie dann mit der Amerikanerin Evelyn Wyld eine Teppichwerkstatt auf. Auch mit der Künstlerin Romaine Brooks, stadtbekannt durch ihre Liaison mit Natalie Barney, war sie befreundet. In den zwanziger Jahren liierte sich Gray mit der Chansonsängerin Damia, die mehrere ihrer Lackarbeiten erwarb, u. a. auch den "Sirenen"-Stuhl. Auf den Photos, die Bérénice Abbot Mitte der zwanziger Jahre von ihr aufgenommen hat, trägt Eileen Gray einen einfachen Rock, eine dunkle Jacke und den damals modernen Bubikopf, der für Unabhängigkeit und Emanzipation stand, Ideen, die sowohl in ihrem Leben wie auch in ihrem Werk zum Ausdruck kommen. Allein durch ihr Tun war Gray, der demonstratives Auftreten verhasst war, zu einer Vorkämpferin der Frauenbewegung geworden, als diese noch keine große Gefolgschaft hatte. Sie strebte eine Karriere als Künstlerin an, als andere noch über das Frauenwahlrecht diskutierten.

 



EILEEN GRAY
 






Biographie
 
Leben
EINLEITUNG
IRLAND - PARIS
KÜNSTLERKARRIERE
JACQUES DOUCET
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MADAME LÉVY
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"E-1027"
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